Vielfalt zeigen,
Bildung erleben
KI generiert: Das Bild zeigt eine getrocknete Apfelscheibe, die vor einem spiegelnden Hintergrund schwebt. Die Spiegelung erzeugt einen interessanten visuellen Effekt.

Der Apfel. Eine Einführung. (Immer und immer und immer wieder)

Eine zweiteilige Ausstellung von Paweł Freisler & Antje Majewski in der Parzelle 3

13. Jun 17. Mai 27

Öffnungszeiten
täglich geöffnet
Eintritt
Eintritt frei

Der Apfel spielt hier die Hauptrolle: Ausgehend von seinen Ursprüngen im Tian Shan-Gebirge beforschen die Ausstellung und das Projekt im PAVILLON PARZELLE 3 den Apfel als Lebewesen, das maßgeblich durch Menschen geformt wurde: Durch Züchtung wie auch das Klonen durch Pfropfen wurden Äpfel über die Jahrtausende in die von uns gewünschten Formen gebracht. Auch die heutigen Sorten, die in den Schrebergärten wachsen, sind hortikulturelle Artefakte und zeugen von sehr alten Traditionen der Interaktion zwischen Bäumen und Menschen.

APPLE CUT PAWEL FREISLER 683x1024Paweł Freisler, Apple Cut | © Paweł Freisler
ANTJE MAJEWSKI APFELBAUMPFLANZUNG 2026 768x1024Antje Majewski, Apfelbaumpflanzung, 2026 | © Antje Majewski

Seit 2013 umkreist das künstlerische Projekt von Paweł Freisler & Antje Majewski den Apfel:  in der unglaublichen Vielfalt der Ornamente, die Freisler in natürliche Äpfel schnitzt; in den Filmen von Antje Majewski und ihren Gemälde alter Apfelsorten; und in dem Reichtum der gemeinschaftlich organisierten Apfelpflanzungen, der Apfelfeste und gesammelten Apfelrezepte, für Äpfel komponierten Musik und Workshops für Kinder. Das alles basiert auf einer schriftlichen Korrespondenz zwischen Antje Majewski und dem in Schweden lebenden polnischen Konzeptkünstler Paweł Freisler, der zu Beginn die konzeptuelle Bedingung gestellt hatte, dass die beiden Künstler*innen sich nie begegnen dürften.

KI generiert: Das Bild zeigt ein altes, gelbes Gartenhaus mit bröckelnder Farbe in einem Garten. Vor dem Haus befinden sich einige Pflanzen und ein Holzspalier.Paweł Freisler, Yellow House

Vorträge, Veranstaltungen & Feste

Die Ausstellung und das Projekt in Dresden widmet sich in einer Laufzeit von über einem Jahr mit Vorträgen, Veranstaltungen und Festen der gemeinschaftsbildenden Kraft des Apfels. Die Pflanzung von Apfelbäumen des bedrohten europäischen Wildapfels »Malus sylvestris« wie auch alter lokaler Apfelsorten ist ein wesentlicher Bestandteil des Projektes. In der Ausstellung, die den Pavillon PARZELLE 3 mit einer der ältesten Gartenlauben der Flora 1 unmittelbar in der Nähe im Dahlienweg 23 verbindet, geht es auch um Lauben: Paweł Freisler bringt uns das Gelbe Haus, eine verfallende Laube aus Schweden nahe, während im Weißen Haus, der Laube in Dresden, eine zweite Ausstellung zu finden ist. Beide Lauben sind einfache Orte der Rückverbindung mit der Natur und der Kontemplation zu den Zyklen des Werdens und Vergehens.

Dort finden wir den Appell kasachischer Naturschützer*innen, die uns dazu aufrufen, den Urahn unsere Kulturäpfel – Malus sieversii – in Kasachstan zu retten, der durch Klimawandel und Raubbau bedroht ist. Mit den Wildäpfeln verschwinden auch die Resistenzgene, die unsere Kultursorten retten könnten. Vielfalt entsteht nur, wenn Bäume sich selbst vermehren dürfen; wenn es Wildapfelwälder, Waldrandgebiete, oder auch Dresdener*innen gibt, die bereit sind, irgendwo Wildäpfel oder alte, rare Sorten zu pflanzen.

Ein weiteres Video zeigt solche Pflanzaktionen und das Legen von gemeinsamen Apfelornamenten an den vergangenen zwölf Stationen. Hunderte von Bäumen sind bereits gepflanzt worden, aber es könnten noch viel mehr werden…

Antje Majewski (*1968 in Mari, Deutschland) lebt und arbeitet in Berlin. Als Künstlerin, Malerin, Filmemacherin und Initiatorin verschiedener Forschungsprojekte verbindet sie künstlerische Ansätze und Aktivismus. Ihre transdisziplinäre Praxis erforscht politische Ökologien und Möglichkeiten der Kollaboration zwischen Mensch und Natur. 

Paweł Freisler (lebt und arbeitet in Schweden) ist ein Konzeptkünstler, der sich nach seinen Aktivitäten der 1960er und 70er Jahren in Polen entschieden hat, nach Schweden zu emigrieren. Seine Arbeit fokussiert sich von Beginn an darauf, keine materiellen Kunstwerke zu zeigen, sondern Erzählungen weiter zu geben und zirkulieren zu lassen. Seit vielen Jahren beschnitzt er Äpfel. 

KI generiert: Eine große Anzahl von Äpfeln ist auf dem Boden in einer auffälligen, verschnörkelten Anordnung platziert. Die Äpfel sind überwiegend rot, mit einigen gelben Akzenten.Antje Majewski, Apfel Ornament | © Antje Majewski