Der Apfel spielt hier die Hauptrolle: Ausgehend von seinen Ursprüngen im Tian Shan-Gebirge beforschen die Ausstellung und das Projekt im PAVILLON PARZELLE 3 den Apfel als Lebewesen, das maßgeblich durch Menschen geformt wurde: Durch Züchtung wie auch das Klonen durch Pfropfen wurden Äpfel über die Jahrtausende in die von uns gewünschten Formen gebracht. Auch die heutigen Sorten, die in den Schrebergärten wachsen, sind hortikulturelle Artefakte und zeugen von sehr alten Traditionen der Interaktion zwischen Bäumen und Menschen.


Seit 2013 umkreist das künstlerische Projekt von Paweł Freisler & Antje Majewski den Apfel: in der unglaublichen Vielfalt der Ornamente, die Freisler in natürliche Äpfel schnitzt; in den Filmen von Antje Majewski und ihren Gemälde alter Apfelsorten; und in dem Reichtum der gemeinschaftlich organisierten Apfelpflanzungen, der Apfelfeste und gesammelten Apfelrezepte, für Äpfel komponierten Musik und Workshops für Kinder. Das alles basiert auf einer schriftlichen Korrespondenz zwischen Antje Majewski und dem in Schweden lebenden polnischen Konzeptkünstler Paweł Freisler, der zu Beginn die konzeptuelle Bedingung gestellt hatte, dass die beiden Künstler*innen sich nie begegnen dürften.

Antje Majewski (*1968 in Mari, Deutschland) lebt und arbeitet in Berlin. Als Künstlerin, Malerin, Filmemacherin und Initiatorin verschiedener Forschungsprojekte verbindet sie künstlerische Ansätze und Aktivismus. Ihre transdisziplinäre Praxis erforscht politische Ökologien und Möglichkeiten der Kollaboration zwischen Mensch und Natur.
Paweł Freisler (lebt und arbeitet in Schweden) ist ein Konzeptkünstler, der sich nach seinen Aktivitäten der 1960er und 70er Jahren in Polen entschieden hat, nach Schweden zu emigrieren. Seine Arbeit fokussiert sich von Beginn an darauf, keine materiellen Kunstwerke zu zeigen, sondern Erzählungen weiter zu geben und zirkulieren zu lassen. Seit vielen Jahren beschnitzt er Äpfel.
