Die 1980er Jahre waren auch in Dresden eine bewegte unruhige Zeit, voller Widersprüche, Auseinandersetzungen und Neuanfänge. Welche Ausdrucksformen konnten sich durchsetzen und welche neuen Beziehungen entstanden zwischen Kunst und Publikum diesseits und jenseits staatlicher Lenkung? Die Ausstellung „Produktive Unruhe“ nimmt ausgewählte Positionen der Kunst, der Fotografie und der Alternativkultur dieser Zeit als Resonanzraum sich anbahnender gesellschaftlicher Veränderungen in den Blick. Den Ausgangspunkt bilden die IX. und X. Kunstausstellung als größte und meistbesuchte Überblicksausstellung der DDR, in denen sich bereits die Vielfalt des damaligen künstlerischen Wirkens abbildet, aber auch ausgewählte Positionen einer Alternativkultur, die zu diesem Zeitpunkt bereits eigene Wege jenseits der staatlich gelenkten Bahnen sucht und findet.Die gemeinsam entwickelte Ausstellung bietet Einblicke in diese besondere Zeit, überwiegend anhand der grafischen Sammlungsbestände des Zentrums für Kunstausstellungen der DDR (ZfK), die 1991 nach der Auflösung des ZfK dem ifa – Institut für Auslandsbeziehungen übertragen wurden. Im selben Jahr entstand auch das Kunsthaus Dresden als Nachfolgeinrichtung der ehemaligen Dresdner Außenstelle des ZfK und heutige städtische Galerie für Gegenwartskunst.
Gleich mehrere künstlerische Neuproduktionen eröffnen – zum Teil auch in Auseinandersetzungmit der eigenen Familienbiografie – den Dialog zwischen den Generationen in dieser Ausstellung mit Werken und Leihgaben von insgesamt mehr als 50 Künstler*innen.
Auch der forschende Blick auf das Publikum von damals, seine Interaktion mit der Kunst damals wie heute hier, und das historische dokumentarische Material verweben Perspektiven der Gegenwart und der Vergangenheit miteinander und schlagen eine Brücke zu den Menschen und der Atmosphäre der 8oer Jahre in einem Land in Unruhe.
Mit Werken von
Karl-Heinz Adler, Walter Arnold, Bernd Bankroth, Falko Behrendt, Sibylle Bergemann, Christian Borchert, Anna Bromley, Klaus Dennhardt, Reinhard Dietrich, Michael Freudenberg, Freunde der italienischen Oper, Manuel Frolik, Manuel Frolik, Hubertus Giebe, Hermann Glöckner, Dieter Goltzsche, Eberhard Göschel, Hans-Hendrik Grimmling, Herta Günther, Angela Hampel, Andreas Hegewald, Christian Heinze, Christine Heitmann, Ernst Hirsch / Gartenfest Heinz Wittig, Olaf Holzapfel, Wilhelm Klotzek, Friedrich Kracht, Sylvie Kürsten, Gerda Lepke, Werner Lieberknecht, Peter Makolies, Martin Maleschka, Yana Milev, Henrike Naumann, Helga Paris, A. R. Penck, Johannes Peschel, David Polzin, Núria Quevedo, Günther Rechn, Gerhard Rommel, Jürgen Schieferdecker, Hanns Schimansky, Werner Schinko, Luise Schröder, Klaus Schwabe, Sabine Slatosch, Wolfgang Smy, Erika Stürmer-Alex, Ulrich Tarlatt, Alfred Thiele, Max Uhlig, Norbert Wagenbrett, Suse Weber, Claus Weidensdorfer, Horst Weisse, Olav Westphalen, Leoni Wirth, Karla Woisnitza, Ruth Wolf-Rehfeldt, Willy Wolff, Ulrich Wüst, Fotis Zaprasis
Mit einem künstlerischen Zeitzeug*innenprojekt von Sylvie Kürsten mit Susanne Altmann, Michael Freudenberg, Hubertus Giebe ,Prof. Dr. Bernd Lindner, Yana Milev, Peter Segor, Sabine Slatosch
Eine Ausstellung und ein Veranstaltungsprogramm des Kunsthauses Dresden und des ifa – Institut für Auslandsbeziehungen in Kooperation mit der Wüstenrot Stiftung. Weitere Partner: Kunstfonds / Staatliche Kunstsammlungen Dresden und Art in Networks – ein Forschungsprojekt der Professur für Bildwissenschaft und Kunstgeschichte der TU Dresden.
Gefördert durch die Stiftung Kunstfonds Bonn, die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen die Stiftung Kunst & Musik für Dresden und die Homann-Stiftung.

Termine zur Ausstellung

Das Publikum und die Kunstausstellungen der DDR. Zur Geschichte einer besonderen Beziehung
Vortrag und Gespräch mit Prof. Dr. Bernd Lindner
Vortrag und Gespräch mit Prof. Dr. Bernd Lindner ( Leipzig) und Dr. Alexia Pooth (Bochum) zur Geschichte der Kunstausstellungen der DDR, dem Spannungsfeld von Kunst und Staat und der Publikumsentwicklung der IX. und X. Kunstausstellungen der DDR
Foto: Dresden, Albertinum. 3. Deutsche Kunstausstellung Dresden, Frühjahr 1953, Erick Höhne, © Europeana.eu / SLUB Deutsche Fotothek

Führung: Produktive Unruhe
Kunst, Publikum und Alternativkultur im Spannungsfeld der IX. und X. Kunstausstellung der DDR in den 80er Jahren
Geführter Ausstellungsrundgang in der robotron-Kantine

Führung: Produktive Unruhe
Kunst, Publikum und Alternativkultur im Spannungsfeld der IX. und X. Kunstausstellung der DDR in den 80er Jahren
Geführter Ausstellungsrundgang in der robotron-Kantine

Reise(un)freiheit – Kunst und Mobilität zur Zeit der DDR
Vortrag und Gespräch
Vortrag und Podiumsgespräch zu den Künstler*innen-Reisen in den 80er Jahren in der DDR
Der Themenschwerpunkt wird auf das Reisekapitel der Ausstellung Produktive Unruhe gelegt und welche Möglichkeiten und Hürden der damalige künstlerische wie kulturelle Austausch offenlegte.
- Mit Prof. Dr. Kerstin Schankweiler (TU Dresden), Anna Bromley (Künstlerin) und Hala Ghoname (TU Dresden)

Führung: Produktive Unruhe
Kunst, Publikum und Alternativkultur im Spannungsfeld der IX. und X. Kunstausstellung der DDR in den 80er Jahren
Geführter Ausstellungsrundgang in der robotron-Kantine

Führung: Produktive Unruhe
Kunst, Publikum und Alternativkultur im Spannungsfeld der IX. und X. Kunstausstellung der DDR in den 80er Jahren
Geführter Ausstellungsrundgang in der robotron-Kantine